In der
3. Geisterstunde
geht es um den passiven
Schein der an sich auf schwache Geister wirkenden Illusion. Darin soll der Leib Osiris, durch seine Schwester
Isis, nachdem er von seinem Bruder Seth ermordet und zergliedert
worden war, wieder zusammengefügt werden. Die dagegen
wirkenden gefährlichen Mächte müssen
identifiziert und gebannt werden. Entsprechend spülte das Flutwasser in
Ägypten jedes Jahr die alte Ordnung fort, und brachte
die Voraussetzungen für neues Leben mit sich. Mit
der Illusion, wie unten, so oben, soll mit dem Versprechen des
neuen Lebens nach dem Tod, das Gleiche auch im Jenseits der Nacht
passieren. So kann noch heute die Philosophie das Leben der Begeisterten zergliedernd,
hoffen, dass es sich in
ihren Begriffen, den Mullbinden der Mumien, wieder
fügt, und sich dafür die subtile Herrschaft über den Verstand der
Menschen mit "Teile und Herrsche" anmassen:
Thomas Mann hat beschrieben, wie
die intellektuellen
Illusionen zum Abmarsch Deutschlands in die
Höllenfahrt der Barbarei geführt haben; Karl
Popper, wie wir seit 2500 Jahren Platons Fluch über die
Menschheit schicksalsergeben ertragen. Doch beide vermochten
sich selbst eingestandnermassen nicht daraus zu lösen; sie
machten sich mit dem Bekenntnis darin verhaftet zu bleiben,
massenattraktiv. Die Frage, wie es weiter gehen könne,
wie z.B. womit Deutschland nach seiner Barbarei der Nazizeit,
wieder die Berechtigung erwerben könne, in
menschlichen Angelegenheiten ernst genommen zu werden,
stellt sich die Philosophie, die auch mitmachte und sonst
alles reelle Menschen verachtend in Frage stellt, nicht. So
war z.B. Therapie für Thomas Mann Sache nicht, ihn
interessierte erstens die Diagnose und zweitens die Anamnese, also
die Verhängnis- als
Geistergeschichte. Diese hat im 20. Jahrhundert
zur Barbarisierung der Intellektuellen geführt, zuerst
unter Nazis physisch, dann in der Postmoderne, mit "anything goes",
psychisch und geistig. Thomas Mann machtes es sich politisch korrekt, einfach, indem er
sagte, man könne das romantische, gemütvolle,
unpolitisch- spekulative, dabei gutartig- friedliche
Deutschland nicht ohne das bösartig fehlgeschlagene
Deutschland haben; er habe auch beides in sich und es am eigenen
Leib erfahren. So kommt man den Menschen literarisch, aber
nicht weiter führend, persönlich relevant
näher. Das führt zu Bestsellern. Und das doch nur, damit
die Menschen am Schluss davon aus Verdruss fliehend, das Gewohnte
in anderer Form in einem neuen Hype suchen können. Dann
hat Thomas Mann, Martin Luther angekreidet, dass er sich mit der
Verinnerlichung Gottes
ins Private zurückgezogen habe, und so dem Unverhältnis zur Politik
Vorschub geleistet habe. Hitler hat in Bezug auf die Juden
aus dem gleichen Vorwurf ihnen gegenüber den Genozid
beschlossen, und es mit dem Mittel des 2. Weltkrieges umgesetzt.
Thomas Mann verunglimpflichte Martin Luther nur als den ersten
Berserker der deutschen Geschichte und leitete daraus die
Anfälligkeit für das Barbarische und
Dämonische im deutschen "Sonderbewusstsein"
ab.
CVP-Bundesrat Arnold Koller machte in seiner
1. Augustrede 1997 in
demselben Ungeist die Aussage: "Die
Schweiz braucht keine Propheten, weder in- noch
ausländische!". Mit dieser kultivierten
Gegenwartsbarabarei haben also in unserer Zeit u.a. der
Nobelpreisträger Mann, und der Bundesrat Koller, für
alle, die ihnen wie damals den Nazi zu Willen sind, den Weg in den
Abgrund reelle
Menschen verachtende Organisationen weiter
gepflastert.
Als sich Tilman Riemenschneider, der grösste
Bildschnitzer der deutschen Frührenaissance, der auch hohe
politische Ämter bekleidete, auf die Seite der damals so
verachteten Bauern stellte, hat ihm die Obrigkeit von
Würzburg die Hände abhacken lassen. Wir leben in
einer feinen Gesellschaft, wo Thomas Mann, Riemenschneider
als Vater von Adrian Leverkühn, der Hauptperson in seinem
Faustus, als einer jener wenigen
Zeugen des "anderen Deutschland", das nicht der
Untertanenmentalität verfiel, instrumentalisierte. In
dieser fiktiven, perves morbiden Biographie des Komponisten Adrian
Leverkühn (1885- 1940) erzieht ihn sein Vater stellvertretend
für das rechtschaffene Deutschland, als sein Nachkomme, bzw.
eben das gutartige, das bösartige Deutschland. Der
fiktive Adrian
Leverkühn, ging mit dem Teufel einen Pakt ein,
in dem ihm dieser die grösstmögliche
Schaffenskraft in den nächsten 24 Jahren versprochen
hatte. Um das Buch geil zu machen, waren diese Jahre des so
sensationell massenattraktiven Komponisten, unterbrochen
durch Phasen tiefer Ermattung und Schwächung. So schaffte es
die Fiktion von Leverkühn bis zur Götterdämmerung. Doch dann,
nach Ablauf der mit dem Teufel vereinbarten 24 Jahren, verendete
er von allen verachtet, in einer Nervenheilanstalt.
Dem reellen Faustus Alois Schickelgruber
waren als Adolf Hitler nur 12 Jahre vergönnt; hinter
vorgehaltener Hand wird er bereits als Adolf der Gütige
verewigt. So penetrant morbid können Illusionen sein, und damit versucht
sich einer nach dem anderen mit dem gleichen Thema, eigentlich
damit verdammt, wie die Pharaonen zu verewigen. So macht die
Hölle dem Himmel
Konkurrenz, und die nützlichen, bzw. die damit
verheizten Völker einander, untereinander, mit ihren
Meinungen, und Kriegen,
zwecks Kannibalisierung der Um- und Innenwelt, und vor allem der
reellen Menschen. So hat
sich der Faustus Mythos über Goethe und Mann, über seine
Massenattraktivität unter abgeschalteten
Wirklichkeitshassern, als sich selbst erfüllende
Prophezeiung für Deutschland unter den Nazis erfüllt. Um
in der Welt eine %1-politische
Korrektheit virtuell
mental globalisieren zu können, muss der Hass
auf die Wirklichkeit, wie früher auf den Feind,
psychopolitisch aufrecht erhalten werden.
Denn sonst würde sich eine weiter
führende %6-Ideologie im H4- Wirklichkeitsbezug erfüllen,
und das wäre das Ende des Zeitgeistes und des
Widersachers. Dagegen muss nicht auszudenken bleiben, was
sonst möglich wäre, oder? So hat der Vatikan die simple
Einsicht von Galileo Galilei 350 Jahre gemobbt...
Weders Problem
besteht in der 3.
Geisterstunde darin, dass
sich gewisse Leute derart in eine Auseinandersetzung verbeissen,
dass eine Einigung nicht zustande kommen kann. Man setze (wie
der Papst die Inquisition gegen Galileo) jeweils
Mediatoren und Coachs ein. In einigen Fällen
aber müsse man sich von diesen Leuten trennen. Er gab zu, dass
das sein Frühwarnsystem nicht optimal sei, also
Illusionen vorherrschten, die dazu führen, dass einige
Situationen völlig verfahren endeten.
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